1. Herr Macpherson, was fasziniert Sie am Tennis?
Es ist die komplexe Kombination aus körperlicher und geistiger Leistung, die man braucht, um erfolgreich zu sein. Die Jungs benötigen eine Top-Kondition, um bis zu fünf Stunden bei großer Hitze spielen zu können. Außerdem sind Schnelligkeit und Agilität unerlässlich, schließlich wird das gesamte Spielfeld während des Matches beansprucht. Außerdem ist Tennis wie eine Partie Schach, wo sich meist die Cleversten behaupten. Erfolgreiche Spieler müssen eine starke Psyche haben, wenn sie das Spiel noch drehen wollen, selbst wenn alles verloren scheint.
Zudem ist es spannend, dass Spieler häufig ihre eigene Taktik verändern müssen um die unterschiedlichen Gegner schlagen zu können. Das ist etwas, das man bei vielen Sportarten wie zum Beispiel Golf vermisst. Und es ist einzigartig, wie verschieden die Spiele aufgrund der jeweiligen Platzbeschaffenheit, sprich Gummi-Belag, Gras oder Asche sind. Und wenn die verschiedenen Tennis-Stile, also etwa der „Baseliner“ und der „Volleyer“, aufeinanderprallen, ist das der ultimative Eins-gegen-Eins Wettkampf.
Ich mag Sportarten, wo Athleten mit unterschiedlichster Physiognomie gegeneinander antreten können. Man denke an Tennisspieler wie Ivo Karlovic mit einer Größe von 2,08 Meter und im Kontrast dazu an den Belgier Christophe Roche mit 1,70 Metern. Beide könnten gegeneinander spielen. Wenn man nicht groß ist, braucht man beispielsweise beim Basketball gar nicht erst aufs Feld gehen.
2. Was war das beste Spiel, dass Sie je gesehen haben?
Ohne Zweifel das Wimbledon-Finale 2008 zwischen Federer und Nadal. Das Spiel hat alles geboten. Mit diesen beiden Spielern verbindet man mitunter den spannendsten Wettstreit in der Geschichte dieses Sports – und das vor unglaublicher Kulisse. Unter großem Einsatz arbeitete Federer an seinem sechsten Wimbledon-Titel in Folge und Nadal wollte nach seinem Sieg in Frankreich auch Wimbledon als Sieger verlassen. Vor diesem Hintergrund war das Match absolut außergewöhnlich und beide Spieler zeigten trotz des Drucks Nerven aus Stahl. Es war atemberaubend als Federer den Match Point mit seiner geradlinigen Rückhand im vierten Satz abwehrte. Aber Nadal hatte es am Ende doch für sich entschieden. Das Spiel wurde sofort zum Klassiker.
3. Welche Aufgabe haben Sie bei der ATP?
Ich bin der Chefredakteur der ATP-Abteilung „Digital Services“. Ein Teil meiner Arbeit ist es, den gesamten Inhalt unseres Internetseiten-Pools zu betreuen, also auch ATPtennis.com. Dabei arbeite ich in einem Team mit vier weiteren Redakteuren.
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Tags: Großes Tennis
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