Für den nächsten Teil unserer Serie “Tennis im Netz” haben wir uns das Thema Blogs vorgenommen. Als eines der besten und aktuellsten Tennis-Weblogs können getrost Zacks Tennis und Zacks Telegramm gelten. Mit fast täglichen Updates wird bei Zack kritisch, unabhängig und aktuell über Herrentennis berichtet. Manche Nachrichten gibt es bei Zacks Tennis sogar früher als bei den großen Medien. Wir haben den Blogger aus Hamburg mal interviewt:
Seit wann machst Du Zacks Tennis?
Seit fast einem Jahr. Ich habe im Februar 2008 angefangen.
Was kann man bei Dir sehen? Was sind die wichtigsten Themen?
Es geht ums Herren-Profitennis, aber ohne reine Ergebnis-Berichterstattung. Die deutschen Spieler und Turniere beobachte ich dabei besonders genau. Federer und Nadal kommen vielleicht manchmal etwas zu kurz, das liegt daran, dass man über die auch an anderen Stellen reichlich lesen kann. Das will ich nicht immer alles nachkauen. Einmal in der Woche, am Sonntagabend irgendwann zwischen 18 Uhr und Mitternacht, veröffentliche ich einen längeren Artikel, der möglichst ein paar Hintergründe zu einem aktuellen Thema liefern soll. Dazu kommen drei bis sechs kürzere Einträge pro Woche.
Deine Blogs sind immer sehr aktuell, manchmal stehen bei Dir die Informationen bevor die großen Medien etwas zum Thema bringen. Wie machst Du das?
So schwer ist das gar nicht. Tennis steht bei den großen Medien in Deutschland nicht gerade an erster Stelle. Wenn man die internationale Berichterstattung verfolgt und sich dann noch merkt, wann wo welche Ereignisse oder Entscheidungen anstehen und dann nachhakt, wenn es so weit ist, kann man schon mal an Geschichten kommen, die auf Deutsch sonst keiner hat. Ich hab zwar auch schon mal exklusive Quellen gehabt, zum Beispiel Spieler interviewt, aber das ist eher die Ausnahme.
Wie schätzt Du das Thema “Tennis im Internet” (und speziell in Deutschland) ein?
Speziell in Deutschland kann man natürlich viel rumjammern. Ich hab mit meinem Blog unter anderem deshalb angefangen, weil ich fand, dass ein solcher Blog fehlt. Insgesamt hat das Internet das Leben des Tennisfans aber extrem bereichert. Im Internet findet man die Ergebnisse von jedem Future in Uganda. Zu Boris Beckers Zeiten standen im Videotext selbst von den größeren Turnieren die Ergebnisse oft erst ab dem Viertelfinale. Als ich 14 war, hab ich mir ausgemalt, wie es wäre, wenn es so etwas gäbe: Einen direkten Draht zum Rechner der ATP, über den ich mir die komplette Weltrangliste ansehen könnte. Damals hat die Sportbild mal die ersten 500 Plätze abgedruckt, das Heft habe ich Jahre lang aufbewahrt, bis es völlig zerfleddert war.
Was würdest Du dir für deutschsprachige Tennisseiten wünschen? Was fehlt?
Ich fände es sehr cool, wenn jemand über die WTA-Tour bloggen würde. Dann hätte ich nicht mehr so ein schlechtes Gewissen, dass ich mich ausschließlich aufs Herrentennis beschränke. Außerdem würde ich mich freuen, wenn noch ein paar mehr Spieler ein regelmäßiges Internet-Tagebuch führen würden. Viele machen das ja schon. Nicolas Kiefer informiert immer sehr zuverlässig, und Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber fangen jetzt auch an. Aber zum Beispiel von Philipp Petzschner gibt es noch gar nichts, und bei Rainer Schüttler ist auch sehr spärlich.
Welche sind Deine Lieblingsseiten (und Tennisblogs) im Netz?
An erster Stelle kommt eindeutig menstennisforums.com. Das ist die große Informationsbörse für Tennisfans aus aller Welt.
**********
Es gibt natürlich noch weitere Blogs mit dem Thema Tennis. Zu diesen gehören:
Wenn ihr noch weitere interessante Tennis-Blogs kennt, freuen wir uns auf Eure Kommentare und ergänzen die Liste.
Update:
Loreley hat ihre liebsten Tennisblogs zusammengestellt – hier: http://loreley.twoday.net/stories/5477071/
Per Mail hat uns Christian auf sein Blog aufmerksam gemacht:
www.thetennispost.blogspot.com
Tags: Tennis im Netz
1 Kommentar »