Die Geschichte der ATP – A story of success

Den Welt-Herrentennisverband gibt es nun schon einige Jahrzehnte, in der Welt des Sports ist er einer der bekanntesten Institutionen und das ATP-Logo schmückte bereits Sondermodelle deutscher Luxuslimousinen. Grund genug, sich einmal mit der Geschichte der Spielervereinigung auseinanderzusetzen: Warum wurde die ATP gegründet, seit wann gibt es den Verband und welche Entwicklung hat er genommen.

Lange ist’s her: Vor über 25 Jahren setzten sich einige Profi-Tennisspieler, darunter Berühmtheiten wie Jack Kramer und Cliff Drysdale an einem ungewöhnlichem Ort zusammen um über die Entwicklung und Zukunft des professionellen Herrentennis zu sprechen. Das größte bis dahin bestehende Problem war, dass es diverse Meisterschaften gab, die die “Konkurrenz” nicht anerkannten, was sich vor allen Dingen für die Spieler negativ auswirkte. In einem Treppenhaus eines Gebäudes der US Open war den Spielern schnell klar, was sie wollten und welche Ziele sie hatten: Mehr Mitspracherecht gegenüber den Turnieren, eine bessere Organisation der Tour und vor allen Dingen ein einheitliches Regelwerk. Das konnte jedoch nur erreicht werden, indem man geeint auftrat, soviel war den Spielern klar. Aus diesem Grund fassten an jenem Tag im Jahr 1972 den Entschluss, die ATP zu gründen.

Gesagt, getan: Unter der Führung der beiden Initiatoren Jack Kramer (fortan Executive Director) und Cliff Drysdale (fortan President) konnte die ATP schnell erste Erfolge erzielen. Bereits im Jahr 1973 gelang es der Spielervereinigung, bei allen Turnieren ein computergestütztes Rangsystem durchzusetzen, wodurch die Leistung der Spieler transparent und fair dokumentiert wurde. Zudem konnte so objektiv entschieden werden, welche Spieler aufgrund Ihrer Leistungen an Turnieren teilnehmen dürfen. Seit dem 23. August 1973 wird dieses Computerranking nun schon geführt, mit Erfolg – bis zum heutigen Tag.

Da durfte ein eigenes Logo für den Verband natürlich nicht fehlen

1Die Eigenständigkeit hielt sich in den Folgejahren jedoch noch in Grenzen, die ATP unterstand dem Men’s Tennis Council, dem auch die Turnierdirektoren und Vertreter der International Tennis Federation angehörten. 1988 hielt der damalige ATP-Chef Hamilton Jordan schließlich seine berühmte Parkkplatz-Pressekonferenz im Rahmen der US Open ab. Umgeben von vielen Top-Spielern sprach der CEO Probleme offen an. In erster Linie ging es dabei um die Gleichberechtigung des Spielerverbands gegenüber dem Men’s Tennis Council. Insofern forderte Jordan eine Neustrukturierung des Tenniszirkus und die Etablierung der heutigen ATP Tour, bei der die Spieler mehr Verantwortung und Entscheidungsgewalt tragen. 85 der 100 besten Spieler unterstützen diese Forderung und viele der Turnierdirektoren waren dabei auf deren Seite. Schließlich wurde für 1990 die neue ATP Tour mit einem geänderten Turnierkalender (76 Turniere in 28 Ländern) festgelegt. Spieler und Turniere sollten fortan als gleichberechtigte Partner agieren.

Nicht zuletzt wegen dieser Erfolge präsentierte sich die ATP Tour fortan auch mit modifiziertem Logo.

2In den folgenden Jahren konnte die ATP durch den gewonnen Einfluss einiges im professionellen Herrentennis bewegen und den Sport attraktiver machen: 1991 schnürte der Verband ein internationales Fernseh-Sendepacket, wodurch 19 Turniere via TV weltweit übertragen wurden. Ein wichtiger Schritt für die Popularisierung des weißen Sports. Ebenfalls im Sinne der Fans startete die ATP dann 1995 ihre erste Webseite, deren Weiterentwicklung 2001 erfolgte. Nicht nur das, im Jahr zuvor kürzt die ATP ihren Namen, verzichtet fortan auf den Zusatz “Tour” und präsentiert ein neu gestaltetets Logo.3
2002 stellt der Verband seine erste eigene Publikation vor, das DEUCE Magazin, das auszugsweise auch auf der ATP-Webseite zu lesen ist. 2009 kommt es noch mal zu Veränderungen, durch die das Verletzungs- und Belastungsrisiko der Spieler minimiert wird: die neue Struktur der ATP World Tour wurde vereinfacht und garantiert ausreichende Ruhepausen für die Tennisprofis. Damit ging die Umbenennung der Turniere und die Etablierung eines neuen Punktesystems einher. Außerdem zeigt sich die ATP seit diesem Jahr mit dem bekanntenWorld Tour Logo.

4Es war ein langer, aber auch erfolgreicher Weg, den die ATP gegangen ist. Das professionelle Herrrentennis hat eine Entwicklung genommen, die für Spieler wie Fans gleichermaßen positiv ist.

Der Tennisball – Interessante Fakten rund um den gelben Filzknäuel

Klein, rund, gelb – und neben den Schlägern die wichtigste “Hardware” im Tennis, ohne ihn gäbe es diesen Sport überhaupt nicht. Grund genug, sich den kleinen Ball mal genauer anzuschauen:
In seinen frühen Jahren wurde der Ball meist aus Leder gefertigt und mit Wolle gefüllt. Dementsprechend bescheiden waren natürlich die Sprungeigenschaften.

In den 1870er Jahren ging man dann dazu über, einen Gummikern für den Ball zu verwenden, was sich positiv auf das Spiel auswirkte. Heute besteht der Ballkern immer noch aus Gummi, das mit bis zu elf verschiedenen Chemikalien vermengt wird. Zwei vorgepresste Gummihälften werden bei der Herstellung zusammengeklebt, drucklose Bälle enthalten dabei normale Luft.

Im Gegensatz dazu wird die Gummiblase bei Druckbällen mit Gas gefüllt, wodurch ein Überdruck von 1,6 bis 2,2 bar entsteht. Der gelbe Filz besteht aus einem Gemisch aus Schafswolle und Nylon und wird hundeknochenförmig ausgeschnitten und auf den Gummiball aufgeklebt.

Internationalen Richtlinien entsprechend müssen Tennisbälle ein Gewicht zwischen 56,7 g und 58,5 g aufweisen, der Durchmesser muss mindestens 6,35 cm und höchstens 6,67 cm betragen.
Tennisbälle gibt es in gelb und weiß, der besseren Sichtbarkeit halber werden aber seit Ende der Achtziger Jahre nur noch gelbe Bälle bei Turnieren verwendet. Interessant: Über 90% der produzierten Tennisbälle werden in Südafrika hergestellt, insgesamt sind es jährlich rund 300 Millionen.

Tennisbälle, die bei ATP-Turnieren zum Einsatz kommen, werden 90 Tage vor Turnierstart durch die ATP geprüft und freigegeben. Bei den Turnieren werden sechs Bälle pro Endrundenspiel verwendet, nach sieben Turnierspielen müssen die Bälle ausgetauscht werden.

Man sieht also, zahlreiche Regeln und Auflagen drehen sich um den kleinen Ball.

Foto: CC-BY aloshbennett

Was sind eigentlich Wild Cards beim Tennis?

Das Kürzel WC hat in den Starterlisten der ATP Turniere nichts mit gewissen Örtlichkeiten zu tun. Vielmehr steht WC für Wild Card. Doch wozu gibt es diese Wild Cards, was haben sie für eine Bedeutung?

Eine Wild Card dient dazu, Spielern die Teilnahme an Turnieren zu ermöglichen, obwohl sie die Qualifizierungsauflagen nicht erfüllt haben. Damit sollen etwa einheimische Nachwuchsspieler die Möglichkeit bekommen, an internationalen Turnieren teilzunehmen. Durch die Vergabe von Wild Cards soll also der Nachwuchs gefördert werden.
Dass die Nachwuchsförderung eine maßgebliche Intention der Vergabe von Wild Cards ist, wird anhand des Regelwerks deutlich: Demnach können Spieler keine Wild Card erhalten, die über 35 sind und bereits ein Grand Slam- oder Masters-Turnier gewonnen haben. Zudem dürfen sie vor dem Jahr 2000 nicht auf Platz Eins der Weltrangliste gestanden bzw. noch nie die ATP World Tour gewonnen haben.

Vergeben werden die Wild Cards direkt von den jeweiligen Turnieren, Spieler dürfen pro Woche nur eine Wild Card für ein Turnier in Anspruch nehmen. Insgesamt ist es den ATP-Profis erlaubt, fünf Wild Cards jährlich zu verwenden. Ob und wieviele Wild Cards sie dabei erhalten, hängt wie gesagt von der Entscheidung der jeweiligen Turniere ab.
Spieler, die über einen Zeitraum von sechs Monaten verletzt waren, können darüber hinaus eine weitere Wild Card erhalten. Hierdurch soll der Wiedereinstieg nach der längeren Zwangspause erleichtert werden.

Bei dem diesjährigen Grand Slam in Wimbledon erhielten insgesamt sieben Profis eine Wild Card im Einzel und fünf im Doppel. Natürlich – weit kommen die meist jungen und unerfahrenen Wild Card-Spieler bei den Turnieren in der Regel nicht. Aber dennoch ist die Wild Card eine tolle Möglichkeit, das Spielerfeld aufzulockern. Zudem kann der Nachwuchs unter “professionellen Bedingungen” spielen und an Praxis gewinnen.

Wieviele Weltranglistenpunkte gibt es bei welchem Turnier?

Tennis ATP World Tour - Turnierkategorien Bei der ATP World Tour 2009 wird es einige Veränderungen bei der Vergabe der Weltranglistenpunkte für das “South African Airways ATP Ranking” geben. Ab jetzt werden die Turniere nach den Punkten benannt, die es dort für den Sieger zu gewinnen gibt. Die Turniere sind ab jetzt in drei Hauptkategorien unterteilt: die Masters 1000, die 500er und die 250er. Hinzu kommen noch die Barclays ATP World Tour Finals, bei denen es 1500 Punkte zu gewinnen gibt. Bei den vier Grand Slams, die nicht direkt zur ATP World Tour gehören, gibt es 2000 Punkte zu gewinnen. Außerdem können die Tennisprofis noch beim World Team Cup in Düsseldorf, beim Davis Cup und bei Olympia Punkte für die Tennis-Weltrangliste sammeln.

Für alle, die nicht in den ganz oberen Gefilden der Weltrangliste mitspielen, gibt es bei den ATP Challenger Turnieren zwischen 75 und 125 Punkte und bei den ATP Futures zwischen 17 und 33 Punkte. Insgesamt bietet die Reform der Weltranglistenpunkte und Turnierkategorien einen besseren Überblick darüber wie die Weltrangliste entsteht.

Den Turnierkalender mit allen Events für das Jahr 2009 gibt es auf der Webseite der ATP World Tour zum Download oder zum Anschauen hier.

Und hier noch einmal alle Kategorien im Überblick:
Tennis Turnierkategorien / ATP World Tour / Weltranglistenpunkte

Hawkeye – der Videobeweis

Hawkeye, so heißt der Videobeweis im Tennis. Mit dem “Falkenauge” lässt sich vor allem auf Rasen und Hartplätzen genauer sehen, ob der Ball drin oder draußen ist. Dabei hat das Hawkeye eine maximale Abweichung von 3.6 mm. Hawkeye wurde von allen Tennisverbänden als Videobeweis anerkannt. Und wie man im Video sehen kann: die Spieler mögen es.

Hawkeye wird mittlerweile auch von anderen Sportarten wie Cricket, Fußball oder Snooker einsetzt. Mehr Informationen bei Hawk-Eye-Innovations.